05/11: Und nochmal Theater
Heute war der Tag des großen Abschiednehmens. Ich denke, dass wir alle unsere Gastfamilie sehr ins Herz geschlossen haben und so fiel es uns natürlich schwer, sie nun zu verlassen, immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, dass wir sie wahrscheinlich nie wieder sehen warden. Es wurden Addressen ausgetauscht, letze Geschenke vergeben und immer wieder beteuert, wie schön die gemeinsame Zeit doch war. Schweren Herzens stiegen wir letztendlich dann doch in den Bus der uns zu unserem neuen ziel, der Millionenstadt Kalkutta, bringen sollte. Die Fahrt war schon ein Abenteuer für sich, die Schlaglöcher auf den indischen Straßen würden einem deutschen Autofahrer die Haare zu Berge stehen lassen. Nach 60 km und zwei einhalb Stunden Fahrt erreichten wir endlich das Quartier für unsere erste Nacht in Kalkutta, das Hotel Astor, ein wunderschönes altes Haus aus rotem Backstein, verziert mit weißem Stuck. In Kalkutta sind die auswirkungen der Kolonialzeit teilweise noch sehr deutlich sichtbar…
Nach einem kleinen Snack machten wir, also Milan, Claudia, Maike und ich uns auf, um ein bisschen die Umgebung zu erkunden und einen ersten Eindruck von dieser Stadt zu bekommen. Da wir uns in einer relativ reichen Gegend befinden, bot sich uns ein ganz anderes Straßenbild als das, das wir aus dem Busfenster betrachtet hatten. Die Straßen sind breit und fast als sauber zu bezeichnen, und die Geschäfte scheinen auch recht teuer zu sein. Es gibt sehr interessante, sehr großeSchilder mit Appellen an die Bürger Kalkuttas. Da stehen Sätze wie ”Proud to be an Indian”, “Female Foeticide is forbidden” oder aber auch ”Strong without drugs”. Und diese Schilder gibt es wirklich alle paar Meter. Aus dem Busfenster hatten wir riesige hässliche Hochhäuser, leider auch sehr viel Armut und Leid gesehen, sowar diese Gegend eine angenehme Überraschung.
Nach unserer Rückkehr ins Hotel mussten wir praktisch sofort wieder los, da Sabine für uns den Besuch einer Theatervorführung von “Voice of World” organisiert hatte. “Voice of World” ist eine Organisation, die sich mit der Unterstützung und Integration vor allem blinder Menschen einsetzt. So spielten also auch in diesem Theaterstück viele Blinde mit. Anfangs erschien uns das Stück sehr seltsam, zum einen natürlich, weil wir kein Wort verstanden und zum anderen, weil die Darstellungsform nach unserem Empfinden geradezu schräg war. Man konnte aufgrund der engen, schrillen Kostueme und des übermäßigen Schmucks teilweise kaum erkennen, ob es sich bei dem Schauspieler um einen Mann oder eine Frau handelte. Etwas befremdet verließen wir das Museum, in dem die Vorführung stattgefunden hatte und trafen dabei glücklicherweise auf eines der Mitglieder von “Voice of World”. Er dankte uns dafür, dass wir gekommen waren ,meinte, er sei sehr stolz darauf und erzählte uns etwas von der Arbeit von VoW. Am wichtigsten war aber für mich, dass es sich bei dem Stück um einen 3000 Jahre alten indischen Epos handelte, der in absolut traditioneller Form aufgeführt worden war.
Da wir uns auf dem weg zum Museum leider etwas verlaufen hatten, nahmen wir uns für den Rückweg Taxis.
Den Abschluss des Abends bildete ein gemeinsames Abendessen in dem für indische Verhältnisse ziemlich teuren Hotel-Restaurant. Recht bald gingen wir dann aber auf unsere Zimmer, um die schönen weichen Betten zu genießen, da wir ja noch nicht wussten, was uns im nächsten Hotel erwarten würde.
Bis bald!
Marie-Luise Rönsch
Nach einem kleinen Snack machten wir, also Milan, Claudia, Maike und ich uns auf, um ein bisschen die Umgebung zu erkunden und einen ersten Eindruck von dieser Stadt zu bekommen. Da wir uns in einer relativ reichen Gegend befinden, bot sich uns ein ganz anderes Straßenbild als das, das wir aus dem Busfenster betrachtet hatten. Die Straßen sind breit und fast als sauber zu bezeichnen, und die Geschäfte scheinen auch recht teuer zu sein. Es gibt sehr interessante, sehr großeSchilder mit Appellen an die Bürger Kalkuttas. Da stehen Sätze wie ”Proud to be an Indian”, “Female Foeticide is forbidden” oder aber auch ”Strong without drugs”. Und diese Schilder gibt es wirklich alle paar Meter. Aus dem Busfenster hatten wir riesige hässliche Hochhäuser, leider auch sehr viel Armut und Leid gesehen, sowar diese Gegend eine angenehme Überraschung.
Nach unserer Rückkehr ins Hotel mussten wir praktisch sofort wieder los, da Sabine für uns den Besuch einer Theatervorführung von “Voice of World” organisiert hatte. “Voice of World” ist eine Organisation, die sich mit der Unterstützung und Integration vor allem blinder Menschen einsetzt. So spielten also auch in diesem Theaterstück viele Blinde mit. Anfangs erschien uns das Stück sehr seltsam, zum einen natürlich, weil wir kein Wort verstanden und zum anderen, weil die Darstellungsform nach unserem Empfinden geradezu schräg war. Man konnte aufgrund der engen, schrillen Kostueme und des übermäßigen Schmucks teilweise kaum erkennen, ob es sich bei dem Schauspieler um einen Mann oder eine Frau handelte. Etwas befremdet verließen wir das Museum, in dem die Vorführung stattgefunden hatte und trafen dabei glücklicherweise auf eines der Mitglieder von “Voice of World”. Er dankte uns dafür, dass wir gekommen waren ,meinte, er sei sehr stolz darauf und erzählte uns etwas von der Arbeit von VoW. Am wichtigsten war aber für mich, dass es sich bei dem Stück um einen 3000 Jahre alten indischen Epos handelte, der in absolut traditioneller Form aufgeführt worden war.
Da wir uns auf dem weg zum Museum leider etwas verlaufen hatten, nahmen wir uns für den Rückweg Taxis.
Den Abschluss des Abends bildete ein gemeinsames Abendessen in dem für indische Verhältnisse ziemlich teuren Hotel-Restaurant. Recht bald gingen wir dann aber auf unsere Zimmer, um die schönen weichen Betten zu genießen, da wir ja noch nicht wussten, was uns im nächsten Hotel erwarten würde.
Bis bald!
Marie-Luise Rönsch