31/10: Der Streik
Dienstag, 30 Oktober 2007
“Globalisation is usually seen economically and may have a lot of negative sides; but you should not forget the globalisation of minds, the globalisation of friendships and the globalisation of people. – This we are glad to be part of today” Mit diesen Worte wurden wir heute vormittag bei einer der vielen Reden in der Chatra Girls High School begrüßt, die neben der Übergabe offizieller Geschenke der Partnerschulen immer wieder von Gesang und dem ein oder anderem Stück auf der Harmonia (indisches Instrument, mit Tasten wie ein Klavier.in Akkordeongröße) aufgelockert wurden.
Dann besichtigten wir die ausgestorben wirkende Schule: Es fand heute keine Unterricht statt, da verschiedene indische Parteien zu Streiks im öffentlichen Bereich aufgerufen hatten. Besonders ins Auge fielen die katastrophalen Zustände der Physik, Chemie und Biologie-übungsräume. In der Chemieübung standen alle Chemikalien in Holzschränken nebeneinander, Reagenzgläser lagen auf dem Boden in einer Ecke und auf einer Destille wucherten gar Spinnenweben, die wohl von zu häufiger Nutzung zeugten. Nach einem Kaffee im Haus des Hausmeisters auf dem Schulgelände - schon speziell, normalerweise gab es indischen Chai (Tee) – ging es zurück zu den Gastfamilien. zum Mittagessen. Hier ist lautes Schmatzen angesagt, denn das würde als höflich gelten – Wenn es nur nicht so gekünstelt und unbeholfen klingen würde!
Eigentlich sollte sich der Nachmittag um Werte und Religion drehen, doch das ist nicht möglich, wenn der Vater der Familie nicht anwesend ist. Deshalb spielt der 10jährige Sohn der Familie ersteinmal mit mir und Christian Kricket. Hundertprozentig habe ich die Regeln bis jetzt noch nicht verstanden, doch den Ball zu treffen ist für Tennis- oder Badmintonspieler gut möglich. Beim Kricket dreht sich ja letzendlich alles darum den Ball zu treffen; zumindest bei einem so schwülheißem Tag wie heute, an dem niemand Lust hat wirklich schnell zu rennen. Ob es heute noch regnen wird, frage ich und blicke zu dem Wolkenbedecktem Himmel, doch das Kopfschütteln ist diemal eine eindeutige Verneinung. Ein eindeutiges “Nein”, sonst so selten in diesem Land der Höflickeit und Gastfreundschaft.
In jedem Zimmer unserer Gastfamilie hängt ein Photo von einem der vielen hinduistischen Götter. Täglich hängen sie frische Blütenblätter an die Bilder und man kann beobachten, dass sie auch manchmal im Vorbeigehen ihrem Gott huldigen. Vor dem Hausaltar, eine Durgar geweihte mit Blumen behängte kleine Nische wird täglich gebetet. Währrend der Hausherr nur einmal am Tag betet, ist der Großvater mit zweimal dabei. Jeder Hindu ist in der Ausübung seiner Religion frei – es gibt keine allgemein gültige Regel des wie und wie oft. Allerdings beten Männer meist nur kurz, währrend es die Aufgabe der Frau ist, die abendliche Hauspucha zu veranstalten. Als Wert wird besonders die Familie hoch geschätzt. Gegen die Familie stellt man sich nicht, auf keinen Fall gegen das Wort des Einflussreichsten Glieds der Familie. Der Respekt vor älteren Familienmitgliedern ist am im Leben eines Hindu das Wichtigste.
Nun geht auch dieser Tag dem Ende zu. “Ludo” heißt das Spiel, das wir noch vor dem Abendessen um 22.00 h spielen – Globalisiert gesagt: Es ist fast genau das Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, dass 11.000 km entfernt in fast jedem Haus im Schrank steht, oder vielleicht sogar gerade auf Ihrem Küchentisch gespielt wird – so weit entfernt, so anders, ja oft gegensätzlich, und doch manchmal so ähnlich, so nah…You call it globalisation!
Milan Flach
“Globalisation is usually seen economically and may have a lot of negative sides; but you should not forget the globalisation of minds, the globalisation of friendships and the globalisation of people. – This we are glad to be part of today” Mit diesen Worte wurden wir heute vormittag bei einer der vielen Reden in der Chatra Girls High School begrüßt, die neben der Übergabe offizieller Geschenke der Partnerschulen immer wieder von Gesang und dem ein oder anderem Stück auf der Harmonia (indisches Instrument, mit Tasten wie ein Klavier.in Akkordeongröße) aufgelockert wurden.
Dann besichtigten wir die ausgestorben wirkende Schule: Es fand heute keine Unterricht statt, da verschiedene indische Parteien zu Streiks im öffentlichen Bereich aufgerufen hatten. Besonders ins Auge fielen die katastrophalen Zustände der Physik, Chemie und Biologie-übungsräume. In der Chemieübung standen alle Chemikalien in Holzschränken nebeneinander, Reagenzgläser lagen auf dem Boden in einer Ecke und auf einer Destille wucherten gar Spinnenweben, die wohl von zu häufiger Nutzung zeugten. Nach einem Kaffee im Haus des Hausmeisters auf dem Schulgelände - schon speziell, normalerweise gab es indischen Chai (Tee) – ging es zurück zu den Gastfamilien. zum Mittagessen. Hier ist lautes Schmatzen angesagt, denn das würde als höflich gelten – Wenn es nur nicht so gekünstelt und unbeholfen klingen würde!
Eigentlich sollte sich der Nachmittag um Werte und Religion drehen, doch das ist nicht möglich, wenn der Vater der Familie nicht anwesend ist. Deshalb spielt der 10jährige Sohn der Familie ersteinmal mit mir und Christian Kricket. Hundertprozentig habe ich die Regeln bis jetzt noch nicht verstanden, doch den Ball zu treffen ist für Tennis- oder Badmintonspieler gut möglich. Beim Kricket dreht sich ja letzendlich alles darum den Ball zu treffen; zumindest bei einem so schwülheißem Tag wie heute, an dem niemand Lust hat wirklich schnell zu rennen. Ob es heute noch regnen wird, frage ich und blicke zu dem Wolkenbedecktem Himmel, doch das Kopfschütteln ist diemal eine eindeutige Verneinung. Ein eindeutiges “Nein”, sonst so selten in diesem Land der Höflickeit und Gastfreundschaft.
In jedem Zimmer unserer Gastfamilie hängt ein Photo von einem der vielen hinduistischen Götter. Täglich hängen sie frische Blütenblätter an die Bilder und man kann beobachten, dass sie auch manchmal im Vorbeigehen ihrem Gott huldigen. Vor dem Hausaltar, eine Durgar geweihte mit Blumen behängte kleine Nische wird täglich gebetet. Währrend der Hausherr nur einmal am Tag betet, ist der Großvater mit zweimal dabei. Jeder Hindu ist in der Ausübung seiner Religion frei – es gibt keine allgemein gültige Regel des wie und wie oft. Allerdings beten Männer meist nur kurz, währrend es die Aufgabe der Frau ist, die abendliche Hauspucha zu veranstalten. Als Wert wird besonders die Familie hoch geschätzt. Gegen die Familie stellt man sich nicht, auf keinen Fall gegen das Wort des Einflussreichsten Glieds der Familie. Der Respekt vor älteren Familienmitgliedern ist am im Leben eines Hindu das Wichtigste.
Nun geht auch dieser Tag dem Ende zu. “Ludo” heißt das Spiel, das wir noch vor dem Abendessen um 22.00 h spielen – Globalisiert gesagt: Es ist fast genau das Mensch-Ärgere-Dich-Nicht, dass 11.000 km entfernt in fast jedem Haus im Schrank steht, oder vielleicht sogar gerade auf Ihrem Küchentisch gespielt wird – so weit entfernt, so anders, ja oft gegensätzlich, und doch manchmal so ähnlich, so nah…You call it globalisation!
Milan Flach