Montag, den 29.10.07

Nach unserer ersten Nacht in den Gastfamilien trafen wir uns mehr oder weniger ausgeruht an unserem Treffpunkt, dem Chand`s Place. Von dort aus starteten wir zu einer Besichtigungs-Tour durch Chatra. Jeder Gruppe, die je aus vier Personen bestanden, stand ein Facilitator zur Verfügung, der uns herumführen sollte. Zwei der drei Gruppen hatten großes Glück mit ihrem Führer, sie konnten sogar an einem treffen der Kameen-Bank teilnehmen (die Banken, deren Erfinder einen Nobelpreis erhalten hat). Sie besuchten auch eine Fischzucht, denBahnhof, eine Näherei, eine Schmiede und Reisfelder. Eine Gruppe jedoch, natürlich die Meinige, hatte leider einen Facilitator, der nicht sehr gut Englisch sprach und uns auch nicht viele Einrichtungen zeigte. Wir bekamen nur eine Töpferei und auf unseren Wunsch ein Post Office kurz zu sehen.

Der Nachmittag bestand, naturlich gut für uns Mädels, aus einem ausgedehnten Einkaufs-Bummel.Mit dem Rad fuhren wir eine Stadt weiter in eine Straße, in der es wirklich sehr viele Geschäfte gibt. Nach ewigem hin und her hatte sich jede von uns für wenigstens ein Salva Kamees, das ist eine traditionelle Kombination aus Hose und Kleid, die viele Frauen hier tragen, entschieden. Wir warden sie morgen wahrscheinlich alle stolz tragen und so noch mehr Aufmerksamkeit der Inder auf uns ziehen, die uns immer sehr befremdet anstarren…

Als wir uns endlich auf den Heimweg machten war es bereits stockdunkel. Ihr müsst wissen, in Indien wird es schon um halb sechs dunkel, die Tage sind also nicht besonders lang. In der Dunkelheit zu fahren war wirklich abenteuerlich, eigentlich sogar ziemlich gefährlich da wir noch keine Fahrradlampen bekommen hatten. Außerdem scheinen die Inder ein äußerst gespaltenes Verhältnis zu Verkehrsregeln zu haben…
Endlich zurück am Treffpunkt wurden die wichtigsten Programmpunkte für den nächsten Tag geklärt und aufgeregt die wichtigsten Ereignisse des Tages ausgetauscht.
In den Gastfamilien aßen wir noch zu Abend, natürlich ein Curry mit Reis, und dann fielen erschöpft in unsere Betten.

Lui