Schüleraustausch mit Costa Rica

PURA VIDA - der Schüleraustausch zwischen dem Christoph-Probst-Gymnasium Gilching und der Humboldt Schule San Jose (Costa Rica)

Bereits seit 1997 findet regelmäßig ein insgesamt 6wöchiger Austausch mit der Humboldtschule - Colegio Humboldt San José statt. Beim Colegio Humboldt handelt es sich um eine Begegnungsschule mit einem bikulturellen Schulziel, deren Schüler spätestens seit der 5. Jahrgangsstufe Deutsch als erste Fremdsprache lernen. Ein Teil dieses Erziehungsauftrages ist auch der Austausch mit Deutschland in der dortigen 10. Jahrgangsstufe, was im der als Begegnungsschule begründet ist. Auf deutscher Seite können sich alle interessierten Schüler/innen des sprachlichen Zweiges, die Spanisch als dritte Fremdsprache lernen, für den Austausch bewerben. Der Austausch beginnt mit dem Besuch der Costaricaner (der sog. ticos) während 3 Wochen im Juni/ Juli, der Gegenbesuch in Costa Rica findet im darauf folgenden Schuljahr im Februar (eine Woche vor den Winterferien bis eine Woche danach) statt.

"Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung der Leute, die die Welt nie angeschaut haben."
(Alexander von Humboldt)

Ihre Weltanschauung zu erweitern im Sinne von Alexander von Humboldt (1769-1859), dem berühmten Forschungsreisenden und Universalgelehrten, ist neben der Förderung der Spanischkenntnisse das oberste Ziel dieses Austausches. Jedes Jahr verbringen unsere Schüler/innen erlebnisreiche und unvergessliche Wochen in den Familien ihrer Austauschpartner in San José, der Hauptstadt Costa Ricas.
Einerseits führen die Familien ihre Gäste liebevoll ins Familienleben, aber auch z.B. in kulinarisches Neuland ein, andererseits können die Jugendlichen einen Einblick in das Schulleben einer deutschen Begegnungsschule gewinnen, in der costaricanische und deutsche Schüler von Lehrkräften unterschiedlicher Nationalitäten unterrichtet werden. Während der vielseitigen Ausflüge - von Nationalparks, der Hauptstadt San José sowie der Betriebsbesichtigung einer Kaffeerösterei (beneflcio de café) - und durch Referate lernen die Schüler noch weitere Besonderheiten dieses "reichen Landes" kennen: Auf kleinstem Raum findet sich in Costa Rica die größte Artenvielfalt. So leben und wachsen auf weniger als 0,03% der Erdoberfläche 5 % aller Tier- und Pflanzenarten. Um diese Biodiversität zu erhalten, wurden ca. 25% der gesamten Landesfläche Costa Ricas zu Nationalparks erklärt. In keinem anderen Land der Welt wurde so viel Land unter Naturschutz gestellt. In diesem Zusammenhang spielt auch der Ökotourismus eine wichtige Rolle, wobei versucht wird, den Touristen in vielen Regionen und auf vielfältige Weise die Schönheiten der tropischen Bergnebelwälder, der Vulkanlandschaften, der Trockensavannen und der Meeresküsten der Karibik und des Pazifiks näherzubringen. Denn nur, wer die Natur zu schätzen weiß, wird sich auch für ihren Schutz einsetzen.
Der Kaffeeanbau ist eines der wichtigsten Exportprodukte und hat vielen Kleinbauern und Kaffeepflückern im Land lange Zeit ein Auskommen gesichert. Da die Preise im Zuge der Globalisierung in den letzten Jahren immer weiter fallen, wächst die Bedeutung des fairen Handels, welcher Mindestpreise, die über dem Weltmarktniveau liegen garantiert, und so die Lebensgrundlage vieler Familien sichert.
Außerdem ist Costa Rica das einzige Land in Lateinamerika, das seit 1949 auf ein Heer verzichtet. Die dafür eingesparten Gelder werden in das Bildungs- und Gesundheitswesen investiert.
Die insgesamt sechs erlebnis- und erfahrungsreiche Wochen miteinander hinterlassen jedes Jahr aufs Neue einen bleibenden Eindruck bei allen Teilnehmern.. Die tiefgreifenden Nachwirkungen bestätigen auch die Eltern in einem Brief an Herrn Fessel vom 5.3.2007: "Unsere Kinder haben an Sprache, Kultur, Gastfreundschaft, Toleranz und Teamfähigkeit intensive Erfahrungen sammeln können, die in dieser Nachhaltigkeit im regulären Unterricht nicht möglich gewesen wären." Diese Nachhaltigkeit zeigt sich oft noch nach Jahren, wenn Schülerinnen oder Schüler Facharbeiten bezüglich Costa Rica erstellen oder der Schüleraustausch der Anfang einer langjährigen Freundschaft wird. Denn "im Grunde sind es immer die Verbindungen mit Menschen, die dem Leben seinen Wert geben" - um mit Alexander von Humboldt zu schließen.
(Doris Jakob-Fuchshuber)